Die Rechte auf freie Meinungsäußerung, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit blieben 2010 stark eingeschränkt. Die Behörden unterdrückten jegliche abweichende politische Meinung. Hunderte von Gefangenen waren aus Sicherheitsgründen weiterhin willkürlich inhaftiert. Dazu gehörten auch Personen, die von Gerichten freigesprochen worden waren oder ihre Strafe bereits verbüßt hatten. Es gab jedoch auch Berichte über Freilassungen. Ausländische Staatsangehörige, die im Verdacht standen, illegal eingereist zu sein, waren von unbegrenzter Haft und Misshandlungen betroffen. Unter ihnen waren auch Flüchtlinge und Asylsuchende. Berichten zufolge gab es mindestens 18 Hinrichtungen. Die Regierung gab weiterhin keine Einzelheiten über die Untersuchung der Todesfälle im Abu Salim-Gefängnis im Jahr 1996 bekannt. Sicherheitskräfte sollen damals Hunderte von Gefangenen getötet haben. Die Opfer von schweren Menschenrechtsverletzungen aus den 1970er-, 1980er- und 1990er-Jahren wurden weiterhin nicht rehabilitiert. (Stand: 31.12.2010)