Kriminelle Banden entführten und töteten 2010 Tausende von Menschen. Polizisten und Angehörige der Streitkräfte, die zur Bekämpfung der Banden eingesetzt worden waren, machten sich schwerer Menschenrechtsverletzungen schuldig. Im Justizsystem und bei den Überwachungsmechanismen gab es weiterhin schwere Mängel, und Straflosigkeit nach Menschenrechtsverletzungen war die Regel. Mehrere Menschenrechtsverteidiger und Journalisten wurden schikaniert, bedroht und ermordet. Das Versprechen, Maßnahmen zum Schutz vor Übergriffen zu treffen und ein geregeltes Verfahren für die Untersuchung derartiger Vorfälle einzuführen, wurde nicht gehalten. Migranten ohne regulären Aufenthaltstatus wurden häufig Opfer von Verschleppung, Vergewaltigung und Mord. Die Massentötung von 72 Migranten offenbarte das Ausmaß derartiger Verbrechen und zeigte, wie systematisch bei ihrer Durchführung vorgegangen wird. Die gesetzlichen Maßnahmen reichten nicht aus, um die weit verbreitete Gewalt gegen Frauen zu verhindern und die Täter zu bestrafen. Der Oberste Gerichtshof (Suprema Corte de Justicia de la Nación) fällte mehrere Grundsatzurteile in Menschenrechtsfällen. Der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte verurteilte Mexiko wegen grober Menschenrechtsverletzungen, die von Angehörigen des Militärs begangen worden waren. Es gab keine Fortschritte bei der Beendigung der Straflosigkeit für die während Mexikos "schmutzigem Krieg" (1964-82) verübten Menschenrechtsverletzungen. Viele indigene Gemeinschaften hatten weiterhin nur begrenzten Zugang zu Grundversorgungseinrichtungen. Fünf gewaltlose politische Gefangene wurden auf freien Fuß gesetzt. (Stand: 31.12.2010)
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