Belutschen in Lebensgefahr

Der Leichnam eines politisch aktiven Studenten aus Belutschistan wurde am 16. Juli, fünf Monate nach seiner Festnahme durch die paramilitärische Einheit "Frontier Corps", gefunden. Zehn weitere Belutschen, die zur gleichen Zeit festgenommen wurden, sind in großer Gefahr, ebenfalls getötet zu werden.

Appell an

PREMIERMINISTER
Syed Yousuf Raza Gilani
Pakistan Secretariat, Constitution Avenue
Islamabad
PAKISTAN
(korrekte Anrede: Dear Prime Minister / Sehr geehrter Herr Premierminister)
Fax: (00 92) 51 9213780

INNENMINISTER
Rehman Malik, Advisor/ Minister for Interior
Room 404, 4th Floor, R Block, Pakistan Secretariat
Islamabad
PAKISTAN
(korrekte Anrede: Dear Minister / Sehr geehrter Herr Minister)
Fax: (00 92) 51 9206380

MINISTERPRÄSIDENT
Sardar Aslam Raisani
Chief Minister of Balochistan
Chief Minister House
Zargoon Road, Quetta
Balochistan
PAKISTAN
(korrekte Anrede: Dear Chief Minister/ Sehr geehrter Herr Ministerpräsident)
Fax: (00 92) 81 9202280

Sende eine Kopie an

BOTSCHAFT DER ISLAMISCHEN REPUBLIK PAKISTAN
S.E. Herrn Shahid Ahmad Kamal
Schaperstr. 29, 10719 Berlin
Fax: 030-2124 4210
E-Mail: mail@pakemb.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Urdu, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 14. September 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich bin sehr besorgt darüber, dass Attique Mohammad Qalandarani, Khalil-ur-Rehman Qalandarani, Waseem Rehman, Nisar Ahmed Gurgunari, Aftab Qalandarani, Naseeb Rehman Qalandarani, Mohammad Raheem Khan Qalandarani, Dr. Mohammad Tahir Qalandarani, Fida Ahmed Qalandarani und Nadeem Qalandarani seit dem 18. Februar 2011 nicht mehr gesehen wurden. Laut ZeugInnen wurden sie an diesem Tag von Angehörigen des Frontier Corps entführt.

  • Bitte leiten Sie umgehend unabhängige Ermittlungen über ihr mutmaßliches Verschwindenlassen ein. Veröffentlichen Sie die Ergebnisse und stellen Sie alle Verantwortlichen, auch Personen auf Führungsebenen, vor Gericht.

  • Sollten sich die Männer in Haft befinden, fordere ich die sofortige Freilassung. Andernfalls müssen sie in offizielle Haftanstalten verlegt und einer international als Straftat anerkannten Handlung angeklagt werden.

  • Stellen Sie sicher, dass die Männer nicht gefoltert oder anderweitig misshandelt werden und dass alle sofortigen und regelmäßigen Zugang zu Rechtsbeiständen ihrer Wahl, zu ihren Familien und zu notwendiger medizinischer Versorgung erhalten.

  • Ich möchte außerdem meine Sorge über die weitverbreiteten, systematischen Entführungen und Tötungen politisch und sozial engagierter AktivistInnen in Belutschistan ausdrücken.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Expressing concern to the authorities that the 10 men have not been seen since 18 February 2011 when witnesses say they were abducted by the Frontier Corps.

  • Urging them to order an immediate and impartial investigation into this apparent enforced disappearance, publish the results and bring those responsible to justice, including those at the highest levels of command.

  • Insisting that if the men are in custody they release them immediately, or transfer them to an official place of detention and charge them promptly with an internationally recognizable offence.

  • Calling on them to ensure that none of them is tortured or otherwise ill-treated, and that all are allowed immediate and regular access to their families, lawyers of their choice and any medical attention they may require.

  • Expressing concern about the widespread and systematic abduction and targeted killings of political and social activists in Balochistan.

Sachlage

Die zehn Männer wurden am 18. Februar zusammen mit 19 weiteren Personen während einer Suchaktion des Frontier Corps in der Stadt Tutak im Bezirk Khuzdar der Provinz Belutschistan festgenommen. Seitdem sind 18 Männer freigelassen worden, aber der Aktivist Maqsood Qalandarani, der sich in der Studentenorganisation Azad engagierte, wurde tot in einem Sack in dem Bezirk Jabal-e-Noor der Hauptstadt Quetta gefunden. Maqsood Qalandarani scheint gefoltert worden zu sein. Örtlichen Nachrichten zufolge entdeckte die Polizei ein Notizblatt in seinen Taschen, laut dem er ein "Agent der Befreiungsarmee Belutschistans" sei.

Die zehn Männer, von denen die meisten der Volksgruppe der Qalandrani gehören, sind seitdem nicht mehr gesehen worden. Sie sind in großer Gefahr, gefoltert und anderweitig misshandelt und auch außergerichtlich hingerichtet zu werden. In Belutschistan werden in jüngster Zeit häufig Leichname junger Männer gefunden, die Folterspuren und Schussverletzungen aufweisen. Diese Leichenfunde verdeutlichen das zunehmende Vorgehen der Sicherheitskräfte in der Provinz nach dem Schema "töten und entsorgen". Zwischen dem 24. Oktober 2010 und dem 31. Mai 2011 zählte Amnesty International 73 Fälle von Verschwindenlassen und 108 mutmaßliche außergerichtliche Hinrichtungen von AktivistInnen, LehrerInnen, JournalistInnen und AnwältInnen aus Belutschistan. Mindestens 93 der 108 ermordeten Menschen waren zunächst Opfer von Verschwindenlassen. AktivistInnen und Angehörige der Toten machen häufig das Frontier Corps verantwortlich.

[EMPFOHLENE AKTIONEN]

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich bin sehr besorgt darüber, dass Attique Mohammad Qalandarani, Khalil-ur-Rehman Qalandarani, Waseem Rehman, Nisar Ahmed Gurgunari, Aftab Qalandarani, Naseeb Rehman Qalandarani, Mohammad Raheem Khan Qalandarani, Dr. Mohammad Tahir Qalandarani, Fida Ahmed Qalandarani und Nadeem Qalandarani seit dem 18. Februar 2011 nicht mehr gesehen wurden. Laut ZeugInnen wurden sie an diesem Tag von Angehörigen des Frontier Corps entführt.

  • Bitte leiten Sie umgehend unabhängige Ermittlungen über ihr mutmaßliches Verschwindenlassen ein. Veröffentlichen Sie die Ergebnisse und stellen Sie alle Verantwortlichen, auch Personen auf Führungsebenen, vor Gericht.

  • Sollten sich die Männer in Haft befinden, fordere ich die sofortige Freilassung. Andernfalls müssen sie in offizielle Haftanstalten verlegt und einer international als Straftat anerkannten Handlung angeklagt werden.

  • Stellen Sie sicher, dass die Männer nicht gefoltert oder anderweitig misshandelt werden und dass alle sofortigen und regelmäßigen Zugang zu Rechtsbeiständen ihrer Wahl, zu ihren Familien und zu notwendiger medizinischer Versorgung erhalten.

  • Ich möchte außerdem meine Sorge über die weitverbreiteten, systematischen Entführungen und Tötungen politisch und sozial engagierter AktivistInnen in Belutschistan ausdrücken.

[APPELLE AN]

PREMIERMINISTER
Syed Yousuf Raza Gilani
Pakistan Secretariat, Constitution Avenue
Islamabad
PAKISTAN
(korrekte Anrede: Dear Prime Minister / Sehr geehrter Herr Premierminister)
Fax: (00 92) 51 9213780

INNENMINISTER
Rehman Malik, Advisor/ Minister for Interior
Room 404, 4th Floor, R Block, Pakistan Secretariat
Islamabad
PAKISTAN
(korrekte Anrede: Dear Minister / Sehr geehrter Herr Minister)
Fax: (00 92) 51 9206380

MINISTERPRÄSIDENT
Sardar Aslam Raisani
Chief Minister of Balochistan
Chief Minister House
Zargoon Road, Quetta
Balochistan
PAKISTAN
(korrekte Anrede: Dear Chief Minister/ Sehr geehrter Herr Ministerpräsident)
Fax: (00 92) 81 9202280

KOPIEN AN
BOTSCHAFT DER ISLAMISCHEN REPUBLIK PAKISTAN
S.E. Herrn Shahid Ahmad Kamal
Schaperstr. 29, 10719 Berlin
Fax: 030-2124 4210
E-Mail: mail@pakemb.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Urdu, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 14. September 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.

[HINTERGRUNDINFORMATIONEN ]

In der Provinz Belutschistan werden vornehmlich Angehörige der Gemeinschaft der Belutschen Opfer von Entführungen, "Verschwindenlassen" und außergerichtlichen Hinrichtungen. Die Menschenrechte von Nicht-Belutschen in Belutschistan werden weniger häufig verletzt. Die Zahlen der Opfer dieser Übergriffe gehen von Hunderten in die Tausende, doch die Angaben können aufgrund der geheimen Abläufe der Entführungen und Tötungen und der Unzugänglichkeit vieler Regionen Belutschistans, in denen diese Verstöße stattfinden, nicht bestätigt werden.

AktivistInnen, PolizistInnen und StudentensprecherInnen gehören zu den Betroffenen von Verschwindenlassen, Entführungen, willkürlichen Festnahmen, Folter und anderen Misshandlungen. Die Gewalt findet im Zusammenhang mit politischen Unruhen und Operationen der pakistanischen Armee in Belutschistan im Südwesten des Landes statt. Die Geschichte der Provinz ist von Aufständen geprägt. Lokale Gruppen fordern mehr Unabhängigkeit und einen größeren Anteil an den Einnahmen aus den natürlichen Ressourcen der Provinz, vorwiegend Erdgas, von denen andere Provinzen ihrer Meinung nach derzeit unverhältnismäßig profitieren.

Die Schusswunden und Folterspuren aufweisenden Leichname von Entführten, werden zunehmend in ganz Belutschistan gefunden. Früher wurden die Leichen der Vermissten selten wiedergefunden. Die Angehörigen der Opfer und Gruppen von Belutschen beschuldigen die pakistanischen Sicherheitskräfte, insbesondere das Frontier Corps und Geheimdienste, diese Operationen nach dem Schema "töten und entsorgen" durchzuführen. Das Frontier Corps ist eine paramilitärische Einheit, die dem Innenministerium untersteht. Es operiert entlang der Grenze zu Afghanistan und dem Iran und ist für die Einhaltung von Recht und Ordnung in der Provinz Belutschistan verantwortlich.

Die Auseinandersetzungen zwischen nationalistischen Strömungen in Belutschistan und den Sicherheitskräften sind beiderseits von Menschenrechtsverstößen geprägt.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Expressing concern to the authorities that the 10 men have not been seen since 18 February 2011 when witnesses say they were abducted by the Frontier Corps.

  • Urging them to order an immediate and impartial investigation into this apparent enforced disappearance, publish the results and bring those responsible to justice, including those at the highest levels of command.

  • Insisting that if the men are in custody they release them immediately, or transfer them to an official place of detention and charge them promptly with an internationally recognizable offence.

  • Calling on them to ensure that none of them is tortured or otherwise ill-treated, and that all are allowed immediate and regular access to their families, lawyers of their choice and any medical attention they may require.

  • Expressing concern about the widespread and systematic abduction and targeted killings of political and social activists in Balochistan.