Herr MAXIMINO GARCÍA CATARINO
Ein Menschenrechtsverteidiger der indigenen Na Savi (auch Mixteken genannt) ist von der Justizpolizei des Bundesstaates im Südwesten Mexikos festgenommen worden. Ihm droht ein unfaires Gerichtsverfahren.
Maximino García Catarino ist ein Mitglied der Indigenenorganisation Organización para el Futuro del Pueblo Mixteco (OFPM). Er soll laut Anweisung des Interamerikanischen Gerichtshofs für Menschenrechte Schutz der mexikanischen Regierung erhalten. Am Nachmittag des 21. Januar wurde Maximino García Catarino jedoch von BeamtInnen der Justizpolizei des Bundesstaates (policía ministerial) in seinem Haus festgenommen. Laut einer örtlichen NGO, hatte die Polizei weder einen Haftbefehl noch begründete sie seine Festnahme. Auf dem Weg nach Ayutla de los Libres, einer Stadt im mexikanischen Bundesstaat Guerrero, erklärten ihm die BeamtInnen sie hätten einen Haftbefehl gegen ihn wegen des Mordes an einem Mann Namens Juan Teodoro García. Sie befragten ihn auch zum Aufenthaltsort weiterer Na Savi und zu anderen KoordinatorInnen der Indigenenorganisation OFPM. Als Maximino García Catarino die Antwort verweigerte, traten und schlugen die PolizeibeamtInnen ihn am ganzen Körper.
Laut den VerteidigerInnen von Maximino García Catarino, handelten die Polizei und die Staatsanwaltschaft rechtswidrig, als sie seine Vorführung vor einen Richter verzögerten, der seine Aussage beurteilen sollte. Amnesty International hat bereits Fälle von indigenen AktivistInnen in Ayutla de los Libres dokumentiert, denen konstruierte Anklagen zur Last gelegt werden, aufgrund derer sie mehrere Jahre im Gefängnis verbringen, da ihnen das Recht auf ein faires Gerichtsverfahren verweigert wird.
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MenschenrechtslerInnen in Mexiko sind häufig Bedrohungen, Angriffen und politisch motivierten Anklagen ausgesetzt. Insbesondere Indigene MenschenrechtsverteidigerInnen sind von konstruierten Anklagen betroffen, wenn sie sich gegen einflussreiche lokale Persönlichkeiten zur Wehr setzen, die ihre Gemeinschaften dominieren wollen. Diese "Caciques" arbeiten oftmals mit der Polizei und Staatsanwaltschaft zusammen, um Beweismittel zu fälschen und die MenschenrechtlerInnen fälschlicherweise beschuldigen zu können. In den vergangenen Jahren hat Amnesty International solche Fälle in Ayutla de los Libres bereits dokumentiert. Im Jahr 2008 erklärte die Organisation Raul Hernández von der Organización del Pueblo Indígena Me'phaa (OPIM) zum gewaltlosen politischen Gefangenen. Aufgrund einer Mordanklage, verbrachte er mehr als zwei Jahre in Haft, bis er aufgrund einer internationalen Kampagne schließlich freigesprochen wurde. Im Jahr 2009 wurden Raul Lucas und Manual Ponce von der Schwesterorganisation von OPIM, OFPM, von bewaffneten Männern entführt, gefoltert und getötet. Diese Männer stehen im Verdacht, mit örtlichen Behörden zusammenzuarbeiten. Bislang musste sich niemand wegen ihrer Ermordung vor Gericht verantworten.
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