Tunesien: Menschenrechtler freigelassen
Diese Urgent Action ist beendet.
Mustapha Djemali und Abderrazak Krimi wurden am 24. November 2025 aus der Haft entlassen. Die Menschenrechtler waren kurz zuvor zu 18 Monaten Gefängnis und 6 Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Da sie bereits mehr als 18 Monate lang willkürlich inhaftiert gewesen waren, konnten sie unmittelbar nach der Verurteilung freigelassen werden. Es war das erste Mal, dass in Tunesien Mitarbeiter*innen von NGOs ausschließlich aufgrund ihrer humanitären und menschenrechtlichen Aktivitäten für die Unterstützung von Flüchtlingen, Asylsuchenden und Migrant*innen vor Gericht gestellt wurden.
Die Menschenrechtsverteidiger Mustapha Djemali (links) und Abderrazek Krimi vom Tunesischen Flüchtlingsrat CTR (undatierte Fotos).
© CTR Facebook page
Vielen Dank allen, die sich für Mustapha Djemali und Abderrazak Krimi eingesetzt haben!
Sachlage
Am 24. November 2025 entließen die tunesischen Behörden Mustapha Djemali und Abderrazak Krimi aus dem Gefängnis, nachdem ein erstinstanzliches Gericht in Tunis sie zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt hatte, von der ein Teil zur Bewährung ausgesetzt wurde, um ihre Zeit in Untersuchungshaft zu berücksichtigen. Da die beiden Männer bereits seit mehr als 18 Monaten willkürlich inhaftiert waren, wurden sie unmittelbar nach dem Urteilsspruch freigelassen.
Mustapha Djemali und Abderrazak Krimi standen aufgrund ihrer rechtmäßigen Aktivitäten zur Unterstützung von Flüchtlingen, Asylsuchenden und Migrant*innen vor Gericht. Dies ist das erste Mal, dass in Tunesien Angestellte einer Nichtregierungsorganisation wegen ihrer Arbeit strafverfolgt wurden.
Amnesty International zeigte sich während des Verfahrens durchgehend besorgt darüber, dass durch die Inhaftierung und Strafverfolgung der Männer legitime humanitäre und menschenrechtliche Aktivitäten kriminalisiert werden.
Amnesty forderte die tunesischen Behörden daher auf, Mustapha Djemali und Abderrazak Krimi sofort und bedingungslos freizulassen, alle Anklagen gegen sie fallen zu lassen und die Kriminalisierung von zivilgesellschaftlichen Organisationen, die humanitäre und menschenrechtliche Arbeit leisten, zu beenden. Das internationale Eilaktionsnetzwerk setzte sich für die Menschenrechtler ein und Menschen auf der ganzen Welt sorgten dafür, dass der Prozessverlauf beobachtet und letztlich die Freilassung von Mustapha Djemali und Abderrazak Krimi erzielt wurde.
Amnesty International begrüßt die Haftentlassung der beiden Männer, doch das gegen sie verhängte Urteil ist besorgniserregend und ein gefährlicher Präzedenzfall für die Kriminalisierung humanitärer und menschenrechtlicher Aktivitäten in Tunesien. Der Fall zeigt eindrücklich, dass zivilgesellschaftliche Organisationen dort immer größeren Einschränkungen unterliegen.
Weitere Aktionen des Eilaktionsnetzes sind derzeit nicht erforderlich. Vielen Dank allen, die sich für Mustapha Djemali und Abderrazak Krimi eingesetzt haben!