Wie Angehörige von Verschwundenen und Ermordeten für Aufklärung und Gerechtigkeit kämpfen.
Regierungen und Rebellengruppen in vielen Ländern lassen ihre Gegner "verschwinden". Sie wollen nicht nur Angst verbreiten, sondern auch die Spuren ihrer Verbrechen verwischen.
Es sind zu allererst die Mütter und Väter, Geschwister und Kinder der Entführten und heimlich Ermordeten, die das Schweigen brechen, sich nicht einschüchtern lassen, die Aufklärung und eine Bestrafung der Täter verlangen. Dies zeigen die Beispiele aus Kolumbien, Argentinien, Nepal, Algerien und Marokko.
In Kolumbien suchen Spezialisten der Staatsanwaltschaft in anonymen Gräbern nach den Verschwundenen im Bürgerkrieg zwischen Militär, Guerilla und Paramilitärs. Alexander Bühler und Luca Zanetti haben eines der Exhumierungsteams sechs Tage lang begleitet.
Wenn wir von "Verschwindenlassen" sprechen, dann geht es um Entführung, Folter und Mord. Dann geht es um den Versuch von Regierungen oder Bürgerkriegsparteien, Angst zu verbreiten und gleichzeitig ihre Verbrechen zu verschleiern.
In Argentinien laufen die Prozesse gegen die Täter der Militärdiktatur.
Ein Erfolg der Angehörigen der "Verschwundenen".
In Nepal kämpfen die Angehörigen von Entführten und Ermordeten um Gerechtigkeit.
In Algerien und Marokko warten Zehntausende Familien auf Auskunft
über ihre verschwundenen Angehörigen. In Algerien versuchen die Behörden,
sie mit Entschädigungszahlungen abzuspeisen. In Marokko untersuchte eine
Wahrheitskommission die Fälle, aber die Täter werden verschont.
Marianela Galli war ein Kleinkind, als sie in ein Folterzentrum der argentinischen
Militärdiktatur verschleppt wurde. Ein Gespräch über den Prozess gegen
die Mörder ihrer Eltern und den Kampf der Angehörigen um Aufklärung.
Frauen und Mädchen in den Flüchtlingslagern im Osten des Tschad sind ständig von sexuellen Übergriffen bedroht. Mit der UNO-Mission MINURCAT begann sich die Situation zu bessern. Doch der Tschad will die internationale Truppe loswerden.
Auch ein Jahr nach der umstrittenen Präsidentenwahl wird die Opposition im Iran mit Gewalt unterdrückt. Dabei versucht die Regierung, spektakuläre Fernsehbilder zu vermeiden.
Sie war Chefredakteurin des einzigen oppositionellen Mediums in der russischen Teilrepublik Inguschetien, nun lebt sie im Pariser Exil. Ein Porträt der Künstlerin
und Journalistin Rosa Malsagova.
Nach der Wiederwahl des sudanesischen Präsidenten Omar al-Bashir zeichnet sich keine Lösung im Darfurkonflikt ab. Die Flüchtlinge in der Region sind weiter auf internationalen Schutz angewiesen.
Ein Gespräch mit Zaira Navas, der neuen Generalinspektorin der Polizei in El Salvador, über die schwierige Aufgabe, eine Polizei zu schaffen, die die Menschenrechte respektiert.
Auch sieben Jahre nach dem Sturz von Saddam Hussein gibt es im Irak kein Ende der Gewalt. Darunter leiden vor allem Frauen und Angehörige religiöser Minderheiten.
Im mexikanischen Ciudad Juárez ist die Mordrate höher als in jeder anderen Stadt der Welt. Die Opfer und Täter im Drogenkrieg sind vor allem Jugendliche. Der Rapper MC Chave und das Projekt "Casa Promoción Juvenil" suchen Wege aus der Spirale der Gewalt.
Deutschland blockiert eine neue EU-Richtlinie, die Opfern von Diskriminierung mehr Schutz bieten würde.
Die neue Regierung in Honduras will den Putsch vom Juni 2009 von einer Wahrheitskommission untersuchen lassen, doch die Täter müssen keine Verfolgung befürchten. Dagegen sind Menschenrechtsaktivisten in dem Land weiterhin bedroht.
Wer die Armut bekämpfen will, der muss die Rechte der Armen stärken. Diese These vertritt Irene Khan in ihrem Buch "Die unerhörte Wahrheit".
"Lebanon" ist ein weiterer Film aus Israel, der den Libanonfeldzug der israelischen Armee im Jahr 1982 kritisch und künstlerisch radikal in Szene setzt.
Das internationale Fotografen-Kollektiv ActiveStills macht mit seiner Arbeit in Israel auf Menschenrechtsverletzungen im israelisch-palästinensischen Konflikt aufmerksam.
Weil sie als Feministin in Algerien in Todesgefahr schwebte, war die Schauspielerin, Choreographin und Theaterautorin Rayhana nach Frankreich geflüchtet. Auf ihre Meinungsfreiheit will sie nicht verzichten, auch nicht nach einem gegen sie gerichteten Brandanschlag in Paris.
Menschenrechtsaktivisten und unabhängige Journalisten müssen in Usbekistan schon seit langem vorsichtig sein. Sie werden bedroht, geschlagen, verhaftet und inhaftiert. Viele mussten das Land verlassen. Nun richtete sich die Repression erstmals gegen eine Künstlerin.
Bürgerrechtler haben das einstige Lager Perm 36, in dem zu Sowjetzeiten Dissidenten und kritische Künstler inhaftiert waren, zum Museum umgebaut. Dort findet seit sechs Jahren jeden Sommer ein politisches Kunstfestival statt: das Pilorama.
Davis Mendes, von 1992 bis 1995 angolanischer Umweltminister, arbeitet heute als Menschenrechtsanwalt. Er ist Direktor der Organisation "Maos Livre" (Frie Hände), die Menschen in Slums rechtlich berät und sich für die Rechte der Opfer von Zwangsräumungen einsetzt.
Murhabazi Namegabe setzt sich in der Demokratischen Republik Kongo für die Wiedereingliederung von Kindersoldaten in die Gesellschaft ein. Dank seines "Freiwilligenbüros für Kinder und Gesundheit" erhielten schon Hunderte die Chance auf ein neues Leben.
Aktiv für Amnesty Juni/Juli 2010
Weltweit beteiligen sich viele tausend Menschen mit Appellschreiben an den "Urgent Actions" und "Briefen gegen das Vergessen" von Amnesty International. Dass dieser Einsatz Menschen in Not hilft, zeigen diese Beispiele.
Jedes Jahr unternimmt Amnesty etwa 120 Ermittlungsreisen in 80 Länder oder Regionen. Ein Gespräch mit dem Amnesty-Rechercheur Mohamed Lotfy über seinen Aufenthalt in Ägypten.
Türkei: Ein Mord und seine Folgen
Der Nigerianer Suliamon Olyfemi ist in Gefahr, in Saudi-Arabien hingerichtet zu werden, nachdem er 2004 in einem unfairen Verfahren zum Tode verurteilt wurde.
Etwa 75 Roma sind seit Jahren gezwungen, in Metallcontainern und selbst errichteten Hütten direkt neben einer Kläranlage in der Primaveriistraße in Miercurea Ciuc (Csíkszereda) zu leben. Die Container sind völlig überbelegt, feucht und schützen nicht genügend gegen die Kälte.
Am 14. November 2008 wurden die Brüder Carlos Guzmán Zúñiga und José Luis Guzmán Zúñiga in Ciudad Juárez im mexikanischen Bundesstaat Chihuahua von Soldaten und Polizisten aufgesucht. Die Sicherheitskräfte führten die beiden Männer in Handschellen ab und fuhren mit ihnen weg. Seither fehlt von ihnen jede Spur.