Verletzt, verkauft, verheiratet:
Was Mädchen erleiden und wie sie ihre Rechte erkämpfen
Zur Schule gehen. Den Ehemann selbst aussuchen. Zum Arzt gehen. Schutz finden vor Gewalt. Einfache Wünsche, aber für viele Mädchen nur ein Traum.
In manchen Familien müssen Töchter immer noch größere Hürden überwinden als die Söhne, um zu ihrem Recht zu kommen. In einigen Gesellschaften gehören Zwangsheirat und Genitalverstümmelung zur Tradition, Mädchen zählen weniger als Jungen.
Doch einige Mädchen lassen sich nicht abschrecken. Neunjährige lassen sich von ihrem erwachsenen Mann scheiden. Schülerinnen gehen trotz Todesdrohungen zum Unterricht. Jugendliche laufen davon, um ihre Ausbildung fortsetzen zu können.
Editorial Februar/März 2010
Mädchen und junge Frauen sind weltweit Opfer von Gewalt und Diskriminierung. Doch immer mehr setzen sich zur Wehr. Sechs Beispiele von starken Mädchen.
Kakenya Ntaiya lebt es vor: Mädchen, die zur Schule gehen, können als Frauen ihre Rechte einfordern.
In vielen Ländern werden Mädchen misshandelt, ausgebeutet, verkauft, diskriminiert, ihres Rechts auf Bildung beraubt. Deshalb setzt sich Amnesty International seit vielen Jahren dafür ein, dass die Menschenrechte von Frauen und Mädchen weltweit und universell, also unabhängig von Tradition, Kultur und Religion, geachtet und umgesetzt werden.
Mit 14 wurde Semra verheiratet und misshandelt. In einem Frauenhaus in Istanbul bekommt sie Schutz und die Chance auf ein neues Leben.
Als Kind wurde Somaly Mam wie eine Sklavin verkauft und als Jugendliche zur Prostitution gezwungen. Doch die Kambodschanerin konnte sich befreien und setzt sich seit Jahren als Präsidentin der Somaly Mam Foundation und als Gründerin der Organisation AFISEP gegen Menschenhandel und Sexsklaverei ein. Ein Gespräch
über Korruption, Armut und das mangelnde Engagement gegen Kinderprostitution.
Für die siebenjährige Valentine beginnt die Arbeit um vier Uhr früh. Zu essen bekommt sie nur, was in ihrer Gastfamilie übrigbleibt. Dennoch hat sie Glück: Ihre Zieheltern erlauben ihr, nachmittags eine Schule zu besuchen. Hunderttausende Kinder arbeiten in Haiti in fremden Haushalten. Die meisten dieser "Restavèks" werden wie Sklaven behandelt und sind der Gewalt ihrer Arbeitgeber hilflos ausgeliefert.
In den libyschen Gefangenenlagern, in die Flüchtlinge nach ihrer Festnahme auf dem Mittelmeer abgeschoben werden, herrschen unmenschliche Zustände.
In der Türkei sind die Fortschritte beim Schutz der Menschenrechte durch ein Verbot der pro-kurdischen Partei DTP gefährdet.
Ein Gespräch mit dem Direktor von Amnesty International in Kenia, Justus Nyang'aya, über das Leben in den Slums, SMS-Aktionen und die Rechtlosigkeit der Armen.
Schwangerschaft ist keine Krankheit. Dennoch sterben viele Frauen an leicht behandelbaren Komplikationen vor, während oder kurz nach einer Geburt. Betroffen sind vor allem arme Frauen
In Burkina Faso ist eine Schwangerschaft lebensgefährlich. Ein Amnesty-Bericht dokumentiert die Gründe für die hohe Müttersterblichkeit und zeigt, dass mit einfachen Maßnahmen viele Leben gerettet werden könnten.
In Kenias größtem Slum Kibera leben auf der Fläche eines besseren Golfplatzes eine Million Menschen. Sie sind Armut, Gewalt und Elend hilflos ausgeliefert - der Staat unternimmt wenig, um ihre Rechte zu schützen.
Ist es eine Straftat, wenn Eltern ihr Kind ohrfeigen? In Neuseeland wird darüber seit Monaten diskutiert.
Kriegsspiele sind schon immer ein Teil der Videospielszene. Doch inzwischen haben sie eine neue Qualität erreicht: Der hoch technisierte, moderne Kampf wird zum ästhetischen Erlebnis - und zum Kassenschlager. Ein kritischer Blick auf ein verstörendes Phänomen.
Wenn türkische Journalisten über den Völkermord an den Armeniern, die Machenschaften des Militärs oder über Veruntreuung im Umfeld des Ministerpräsidenten Erdogan schreiben, müssen sie mit harten Konsequenzen rechnen. Über die Pressefreiheit in der Türkei.
An Filmstoff gibt es in Afrika keinen Mangel, allerdings fehlen Geld und ein kritisches Bewusstsein gegenüber Medien. Ein Gespräch mit der Afrika-Beauftragten der Berlinale Dorothee Wenner.
Das Freedom Theatre im palästinensischen Flüchtlingslager Jenin bietet den Kindern der Besatzung einen Raum, ihre täglichen Erfahrungen mit Gewalt und Ohnmacht zu verarbeiten.
Ein Gespräch mit dem Leiter des Freedom Theatre, Juliano Mer Khamis, über die palästinensische Autonomiebehörde, heikle Auftritte in Israel und Mädchen auf der Bühne.
Weltweit beteiligen sich viele tausend Menschen mit Appellschreiben an den "Urgent Actions" und "Briefen gegen das Vergessen" von Amnesty International. Dass dieser Einsatz drohende Menschenrechtsverletzungen verhindert und Menschen in Not hilft, zeigen diese Beispiele.
Kolumne
"Signale gegen das Vergessen" und "Film zum Haager Tribunal bleibt aktuell"
Gold für Menschenrechte. Unter diesem Motto setzte sich Amnesty International anlässlich der Olympischen Spiele 2008 u.a. für die die Freilassung von gewaltlosen politischen Gefangenen ein. Bu Dongwei war einer der Gefangenen. Im Juli 2008 wurde der Anhänger der Falun-Gong-Bewegung aus der Haft entlassen. Für Amnesty beschrieb er seine Haftzeit.
Johanes Djonga sollte sterben. Zu oft hatte der katholische Priester die Menschenrechtsverletzungen des Militärs in der indonesischen Provinz Papua ans Licht gebracht. Dass er heute noch lebt, verdankt er unter anderem Einsatz einer Eilaktion von Amnesty International.
Viele EU-Länder wollen Therapien für Folteropfer nicht zahlen. In Deutschland schieben sich Innenministerium und Gesundheitsministerium gegenseitig die Verantwortung zu.
40 Jahre nach ihrer Verhaftung hat "La Nacha" zum ersten Mal Deutschland besucht. Als Gefangene wurde sie von einer Frankfurter Amnesty-Gruppe betreut. Heute kämpft sie gegen die Straflosigkeit in Mexiko.
Ein Gespräch mit Jestina Mukoko. Die simbabwische Menschenrechtsverteidigerin wurde am 3. Dezember 2008 von Sicherheitskräften entführt und drei Monate lang illegal festgehalten, bevor sie auf Kaution entlassen wurde.
Nach Protesten gegen den Ausgang der Parlamentswahlen vom April 2009 wurden Berichten zufolge mehrere hundert Menschen, unter ihnen Minderjährige, von der Polizei festgenommen. Oxana Radu zählte zu einer Gruppe von 36 jungen Leuten, die mit zwei Kleinbussen in die Hauptstadt Chisinau gereist waren, um an den Demonstrationen teilzunehmen.
Im Dezember 2006 wurden 30 Männer unter dem Verdacht festgenommen, in einen Zusammenstoß zwischen den Sicherheitskräften und einer bewaffneten Gruppe verwickelt gewesen zu sein. Nach der Gesetzeslage hätten sie innerhalb von sechs Tagen einem Richter vorgeführt werden müssen, diese Frist wurde in ihrem Fall jedoch nicht gewahrt.
Während einer friedlichen Demonstration am Valentinstag 2003 wurden mehrere Mitglieder der Menschenrechtsorganisation Women of Zimbabwe Arise (WOZA) festgenommen.