Südafrika vor der Fussball-WM und nach der Apartheid
Eine jubelnde Menge begrüßte Nelson Mandela in der Freiheit. Das war 1990 und der Beginn einer radikalen Veränderung. Südafrika entwickelte sich von einem Symbol der Unterdrückung zu einem Vorbild für ganz Afrika.
Als Gastgeber der Fussball-Weltmeisterschaft möchte das Land wieder zum Stolz des Kontinents werden. Ob aber die armen Südafrikaner von dem Großereignis profitieren, ob die Polizei nur die reichen WM-Touristen schützt oder auch Flüchtlinge aus den Nachbarstaaten, das muss sich erst noch erweisen.
Editorial Amnesty Journal April/Mai-Ausgabe 2010
Seit der Freilassung Mandelas vor 20 Jahren hat Südafrika einen beindruckenden Weg zurückgelegt. Doch welche Versprechen sind eingelöst, welche Hoffnungen enttäuscht worden?
Mit moderner Überwachungstechnik und massiver Polizeipräsenz will Südafrika die Fußball-WM 2010 sichern. Beamte sollen schnell zur Schusswaffe greifen. Menschenrechte gelten als Störfaktor.
Mit Sport wollte sich das rassistische Südafrika internationale Anerkennung verschaffen. Deutsche Funktionäre und Politiker halfen dabei gern.
In der Regenbogen-Nation Südafrika ist Hass auf Ausländer alltäglich.
in Gespräch mit Dean Peacock, einem der Gründer des "Sonke Gender Justice Network", über Fremdenfeindlichkeit in Südafrika und Projekte zur Integration von Flüchtlingen und Migranten.
Ein Polizeiarchiv kann Licht in Guatemalas dunkle Vergangenheit bringen.
Für die Ermittlungen gegen die "Sauerland-Gruppe" verhörte die Bundesanwaltschaft einen Zeugen in einem usbekischen Gefängnis. Dort wird regelmäßig gefoltert.
Die Bewohner der Slums in Kairo haben Hilfe dringend nötig. Der Staat bietet ihnen keinen Schutz, sondern bedroht sie.
Ein Gespräch mit dem jüdisch-ungarischen Historiker und Schriftsteller György Dalos über antisemitische Hetze, Gewalt gegen Roma, Aufrufe zur Bücherverbrennung und das Schweigen der ungarischen Künstlerverbände.
Die junge Tuareg-Band Tamikrest verbindet traditionelle Melodien mit Rock und Reggae. Sie artikuliert die Sehnsüchte der "Kel Tamashek", die um ihre Unabhängigkeit kämpfen.
Die Amnesty-Filmpreis-Jury vergab das erste Mal zwei Preise auf der Berlinale. Ausgezeichnet wurden der Spielfilm "Son of Babylon" und der Dokumentarfilm "Waste Land".
Weltweit beteiligen sich viele tausend Menschen mit Appellschreiben an den "Urgent Actions" und "Briefen gegen das Vergessen" von Amnesty International. Dass dieser Einsatz drohende Menschenrechtsverletzungen verhindert und Menschen in Not hilft, zeigen diese Beispiele.
Wer für die Menschenrechte eintritt, der schafft sich Feinde. Und immer wieder werden die Freunde von heute zu den Feinden von morgen. Kaum jemand weiß das besser als Nicaraguanerin Vilma Núñez.
Valentine, Michel-Ange, Johanne und Anderson, die Sklavenkinder, über die ich im letzten Amnesty Journal berichtet habe, leben. Als ich sie fünf Tage nach dem Beben wiederfand, hatten sie seit drei Tagen nichts gegessen und ihren Durst mit Brackwasser gestillt. Weil es in Wharf Jérémie, dem Slum, in dem sie leben, keine mehrstöckigen Gebäude gab, war hier die Chance zu überleben relativ groß.
Biraj Patnaik arbeitet für die indische "Right to Food Campaign". die sich für die Verwirklichung des Rechts auf Nahrung einsetzt. Und das mit Erfolg: Als Ergebnis einer Klage überwacht Patnaik seit 2003 für den Obersten Gerichtshof die Nahrungsmittelpolitik der indischen Regierung.
In einer Tour durch zehn Städte mobilisierte Amnesty International in Burkina Faso Menschen für die Kampagne gegen Müttersterblichkeit.
Indien: Raffinerie bedroht Indigene
Die Aluminiumoxid-Raffinerie einer Tochtergesellschaft des britischen Unternehmens Vedanta Resources bedroht die Existenz der indigenen Gemeinschaft der Dongria Kondh. Dies dokumentiert ein Anfang Februar veröffentlichter Amnesty-Bericht. Seit Jahrhunderten lebt die Gemeinschaft am Fuße der Niyamgiri-Hills.
Amnesty-Mitglieder geben den Opfern von Menschenrechtsverletzungen eine Stimme und tragen somit einen unentbehrlichen Teil zur Arbeit von Amnesty International bei.
Mon Balaj, 26 Jahre, und Arben Xheladini, 34 Jahre, wurden am 10. Februar 2007 während einer Demonstration in Pristina von nicht identifizierten Polizisten getötet. Diese gehörten zu einer Einheit der rumänischen Polizei, die im Rahmen der UN-Mission UNMIK für die Vereinten Nationen im Kosovo tätig war.
Zwei führende Mitglieder der unabhängigen Gewerkschaft "United Workers Farmers Organization" (UWFO) wurden Ende 2006 / Anfang 2007 festgenommen und befinden sich bis heute in Haft. Der Rechtsanwalt Tran Quoc Hien wurde am 12. Januar 2007 festgenommen. Zwei Tage zuvor war er zum Sprecher der UWFO gewählt worden. Am 15. Mai 2007 wurde er zu einer fünfjährigen Haftstrafe wegen "Betreibens von Propaganda gegen den Staat" und "Störung der Sicherheit" verurteilt.
Der Menschenrechtsverteidiger, Journalist und Autor Emadeddin Baghi wurde am 28. Dezember 2009 um 6.45 Uhr in seinem Haus festgenommen. Vier Bewaffnete hatten sich gewaltsam Zugang zu seinem Haus verschafft, wo sie auf Emadeddin Baghis Schwager einschlugen.