Amtliche Bezeichnung: Republik Singapur
Staatsoberhaupt: Sellapan Rama Nathan
Regierungschef: Lee Hsien Loong
Todesstrafe: nicht abgeschafft
Einwohner: 4,5 Mio.
Lebenserwartung: 79,4 Jahre**
Kindersterblichkeit (m/w): 4/4 pro 1000 Lebendgeburten
Alphabetisierungsrate: 92,5%
Die Lockerung der Einschränkungen der Versammlungsfreiheit wurde überschattet von schweren Strafen und restriktiven Maßnahmen für Mitglieder der Opposition, Journalisten und Menschenrechtsverteidiger. Mutmaßliche Islamisten blieben auch weiterhin auf Grundlage des Gesetzes zur inneren Sicherheit ohne Anklageerhebung oder Gerichtsverfahren inhaftiert, was Anlass zu Befürchtungen gab, sie könnten während der Verhöre misshandelt oder gefoltert werden. Ausländische Haushaltshilfen blieben von der Gesetzgebung zum Schutz der Rechte ausländischer Arbeiter ausgeschlossen. Singapur lehnte die Resolution der UN-Generalversammlung für ein Hinrichtungsmoratorium ab. Mindestens fünf Häftlinge waren unmittelbar von der Hinrichtung bedroht, wobei die Zahl tatsächlicher Hinrichtungen nicht bekannt war.
Auch weiterhin gab es Diffamierungsklagen und restriktive Maßnahmen gegen Regierungskritiker, Menschenrechtsverteidiger, ausländische Medien und Kriegsdienstverweigerer. Durch ein Klima der Angst und Selbstzensur wurden die Singapurer davon abgehalten, sich umfassend an öffentlichen Belangen zu beteiligen.
Die Regierung lockerte die Einschränkungen der Versammlungsfreiheit (an einem bestimmten Ort), während Medien und friedliche Demonstrationen weiterhin Restriktionen unterlagen.
Ausländische Haushaltshilfen waren in Singapur nicht durch grundlegende Rechte wie festgelegte Wochenarbeitszeiten und Ruhetage, einen Mindestlohn oder das Recht auf Sozialleistungen geschützt. Sie blieben vom Gesetz zum Schutz der Rechte ausländischer Arbeiter ausgeschlossen.
Etwa 23 mutmaßliche Islamisten blieben auf Grundlage des Gesetzes zur inneren Sicherheit in Haft. Bedenken, diese könnten der Gefahr von Folter oder Misshandlungen ausgesetzt seien, blieben bestehen. Fünf Häftlinge wurden gegen Auflagen freigelassen.**
Mindestens fünf des Mordes überführten Männern drohte unmittelbar die Hinrichtung.
Die Regierung stellte keine umfassenden Informationen zur Anwendung der Todesstrafe bereit, weder zur Anzahl der Hinrichtungen und verhängten Todesstrafen noch zu Nationalität, Alter und Hintergrund der Hingerichteten.
Im Februar 2008 initiierte und unterzeichnete Singapur eine Gegenerklärung zu der Resolution der UN-Generalversammlung für ein weltweites Hinrichtungsmoratorium.
Im Dezember stimmte die Regierung gegen die zweite Resolution der UN-Generalversammlung für ein weltweites Hinrichtungsmoratorium.
Religionsfreiheit
26 Zeugen Jehovas verblieben wegen der Verweigerung des Militärdienstes weiterhin in Haft. Fünf weitere Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen wurden im Jahr 2008 inhaftiert.