Lesung "Gegenwehr im Jetzt"
01.10.2026, 18:00 - 20:30 Uhr | Einlass ab 17:30 Uhr
Ein Gespräch über Erinnerung, Demokratie und Solidarität
Mit Asal Dardan, Schriftstellerin und Lena Gorelik, Journalistin und Schriftstellerin sowie Dr. Julia Duchrow, Generalsekretärin von Amnesty International Deutschland (Moderatorin).
Wann: Donnerstag, 01. Oktober, 18:00 - 20:30 Uhr | Einlass ab 17:30 Uhr
Wo: Amnesty International e.V. | Sonnenallee 221 C | 12059 Berlin
In Deutschland greift gut 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs eine Partei nach Regierungsmacht, die Menschen rassistisch abwertet, queere Menschen aus der Öffentlichkeit drängen will und die Erinnerung an die Verbrechen Deutschlands während des Nationalsozialismus in den Hintergrund drängen möchte. Und viele fragen sich: Wie kann das sein? Ist unsere Erinnerungskultur auf Sand gebaut?
In ihrem Essay- und Gesprächsband diskutieren die renommierten Autorinnen Asal Dardan, Lena Gorelik und der Historiker Dietmar Süß, wie wir aus der Vergangenheit lernen können. Indem wir unbequeme Fragen stellen: Warum ist Erinnerung hierarchisch, wen schließt sie aus? Wann dient sie nur noch der Entlastung? Wie kritisch, solidarisch, demokratisch ist Erinnerung eigentlich und warum kann sie so leicht instrumentalisiert werden? Und sie kommen zu dem Entschluss: Wir müssen Erinnern als tägliches, selbstkritisches Handeln begreifen, und als Verantwortung. Statt "Nie wieder" als leere Formel braucht es eine "Gegenwehr im Jetzt".
Asal Dardan arbeitet als freie Autorin und Kulturwissenschaftlerin und lebt auf der schwedischen Insel Öland. Für ihren Text "Neue Jahre" wurde sie mit dem Caroline-Schlegel-Preis für Essayistik ausgezeichnet. Ihr Essayband "Betrachtungen einer Barbarin" (2021) war für den Deutschen Sachbuchpreis und den Clemens-Brentano-Preis nominiert. Im Mai 2023 hielt sie die erste Erika-Mann-Lecture an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 2025 erschien ihr zweites Buch "Traumaland— Eine Spurensuche in deutscher Vergangenheit und Gegenwart" im Rowohlt Verlag.
Lena Gorelik, 1981 in St. Petersburg geboren, kam 1992 mit ihren Eltern nach Deutschland. Ihr Roman "Hochzeit in Jerusalem" (2007) war für den Deutschen Buchpreis nominiert, der vielgelobte Roman "Mehr Schwarz als Lila" (2017) für den Deutschen Jugendbuchpreis.
Regelmäßig schreibt Lena Gorelik Beiträge zu gesellschaftlichen Themen, u.a. für die Süddeutsche Zeitung oder Die Zeit. 2024 wurde sie mit dem Heinrich-Mann-Preis für Essayistik ausgezeichnet, 2026 mit dem Preis der Literaturhäuser. Im selben Jahr erschien ihr neuer Roman "Alle meine Mütter". Sie lebt in München.
Im Anschluss möchten wir den Abend gerne gemeinsam mit Ihnen bei einem Getränk ausklingen lassen.
Wenn Sie dabei sein möchten, dann melde Sie sich einfach hier an. Wir freuen uns, Sie bei uns begrüßen zu dürfen.
Veranstaltungsort
Amnesty International e.V.
Sonnenallee 221 C
Berlin 12059
Deutschland