Herr SURAB DATCHUEWITSCH ILAJEW, etwa 36 Jahre alt
getötet:
Herr ALWI ILAJEW
Herr ASCHDAN ILAJEW
Surab Datchujewitsch Ilajew [englische Transkription: Zurab Datkhuevich Ilaev] ist seit dem 1. Dezember 2008 nicht mehr gesehen worden und könnte auf einem Stützpunkt der Sicherheitskräfte in der Nähe des Dorfes Dolinski festgehalten werden. Es besteht Anlass zu erhöhter Sorge, weil seine beiden Brüder getötet worden sein sollen, als sie an dem selben Ort festgehalten wurden.
Medienberichten zufolge umstellten am 30. November 2008 gegen 20 Uhr über 100 bewaffnete und maskierte Männer das Haus der Familie Ilajew im Stadtteil Perwomaiskii [Pervomaiskii] von Grosny, der Hauptstadt der Tschetschenischen Republik. Die Brüder Alwi und Aschdan Ilajew, ihre Schwester Salina Ilajewa und die Ehefrau von Aschdan, Chadischat Ilajewa, die zu der Zeit im neunten Monat schwanger war, wurden auf den Stützpunkt der Sicherheitskräfte unweit des Dorfes Dolinski gebracht. Gegen Mitternacht brachte man auch den 17-jährigen Bruder zu dem Stützpunkt. Laut Angaben der Frauen hörten sie während der Haft, wie die Männer geschlagen wurden.
Am frühen Morgen des 1. Dezember 2008 kamen die Frauen und der jüngere Bruder frei. Als sie nach Hause zurückkehrten, fanden sie dort noch immer bewaffnete Männer vor, die sich an den Lebensmittelvorräten der Familie bedienten und das Geschirr zerschlugen.
In einer Meldung des Lokalfernsehens hieß es am 2. Dezember 2008, zwei bewaffnete Kämpfer seien bei einer Auseinandersetzung mit der Polizei getötet worden. In der Sendung wurden die die Leichen von Alwi und Aschdan Ilajew in Kampfanzügen gezeigt, obwohl sie nach Amnesty International vorliegenden Informationen bei ihrer Festnahme Zivilkleidung getragen hatten.
Am frühen Morgen des 1. Dezember 2008 wurde Surab Datchujewitsch Ilajew, der der fünften Abteilung des Ölregiments in der Tschetschenischen Republik angehört, einer 2003 gegründeten Polizeieinheit, die ursprünglich aus der Leibgarde von Präsident Ramsan Kadirow bestand, zur Arbeit berufen. Um 10 Uhr an diesem Morgen rief ihn seine Schwester auf seinem Mobiltelefon an. Obwohl er nicht viel sagen konnte, gelang es ihm, ihr mitzuteilen, dass er am selben Ort wie seine Brüder festgehalten werde. Ein Zeuge erklärte gegenüber der Familie, Surab Datchujewitsch Ilajew werde immer noch auf dem Stützpunkt der Sicherheitskräfte festgehalten. Der Zeuge weigerte sich jedoch, mit der Polizei oder den Ermittlern zu sprechen.
Die Zahl der Fälle von "Verschwindenlassen" in der Tschetschenischen Republik ist zwar in den vergangenen zwei Jahren zurückgegangen, aber nach wie vor werden zahlreiche Menschenrechtsverletzungen dieser Art gemeldet. Amnesty International kritisiert, dass die Behörden den zahlreichen Berichten über staatliche Morde, willkürliche Inhaftierungen, Misshandlungen und Folter nicht nachgehen und keine Untersuchungen einleiten, so dass die Verantwortlichen für diese Verbrechen oft straffrei ausgehen.
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