Mitglieder der Indigenenorganisation Me'phaa (OPIM):
Herr RAÚL HERNÁNDEZ
Herr MANUEL CRUZ
Herr ORLANDO MANZANAREZ
Herr NATALIO ORTEGA
Herr ROMUALDO SANTIAGO
zehn weitere OPIM-Mitglieder
Bereits am 17. April 2008 wurden fünf Mitglieder der Organisation des Indigenenvolkes Me'phaa (Organización del Pueblo Indígena Me'phaa - OPIM) festgenommen und unter Mordanklage gestellt. Sie sollen am 1. Januar 2008 im Dorf El Camalote im Bundesstaat Guerrero einen Mann namens Alejandro Feliciano García getötet haben. Amnesty International betrachtet die fünf Aktivisten, die für die Rechte der indigenen Bevölkerung Mexikos eintreten, als gewaltlose politische Gefangene und geht davon aus, dass die Anklagen gegen sie politische Gründe haben.
Raúl Hernández wird vorgeworfen, die Schüsse auf das Opfer abgegeben zu haben. Manuel Cruz, Orlando Manzanarez, Natalio Ortega und Romualdo Santiago werden beschuldigt, zu dem Verbrechen angestiftet zu haben, da sie angeblich an einem OPIM-Treffen am Tag nach dem Verbrechen teilgenommen haben.
Am 20. Oktober 2008 entschied der Richter eines Bundesgerichts auf eine Eingabe ("amparo") hin, dass die vorgelegten Beweise vier der angeklagten Männer nicht belasten und ordnete daraufhin die Freilassung von Manuel Cruz, Orlando Manzanarez, Natalio Ortega und Romualdo Santiago an. Die vier wurden jedoch nicht aus der Haft entlassen, da die Bundesstaatsanwaltschaft (PGR) Rechtsmittel gegen die Entscheidung einlegte, obwohl sie dem Anschein nach nichts mit dem Fall zu tun hat und auch keine neuen Beweise beibrachte. Vier unschuldige Männer befinden sich dadurch weiterhin in Haft.
Für Raúl Hernández erließ der Bundesrichter keine einstweilige Verfügung auf Freilassung, da zwei angebliche AugenzeugInnen angegeben hatten, er sei anwesend gewesen, als auf das Opfer geschossen wurde. Aussagen von AugenzeugInnen, denen zufolge Raúl Hernández zur Zeit des Mordes nicht anwesend war, wurde keine Beachtung geschenkt.
Im Zusammenhang mit dem Mord wurden Haftbefehle gegen zehn weitere OPIM-Mitglieder erlassen. Die zehn Personen wurden jedoch nicht festgenommen, was Anlass zu der Befürchtung gibt, dass die Behörden die ersten fünf OPIM-Mitglieder festnahmen, derer sie habhaft werden konnten.
Die Organisation des Indigenenvolkes Me'phaa (Organización del Pueblo Indígena Me'phaa - OPIM) wurde 2002 gegründet, um die Rechte der indigenen Me'phaas (Tlapanecas) in Mexiko zu schützen und zu fördern.
OPIM-Mitglieder sind bei einer Reihe von Menschenrechtsverletzungen für Gerechtigkeit eingetreten, so zum Beispiel nach der Vergewaltigung von Inés Fernández Ortega und Valentina Rosendo Cantú durch Angehörige des Militärs und der Zwangssterilisation von 14 indigenen Männern im Jahr 1998.
Mitglieder der OPIM werden systematisch schikaniert und eingeschüchtert. Man hat sie bei zahlreichen Gelegenheiten angegriffen und bedroht. Amnesty International hat die Angriffe und Drohungen dokumentiert, die einige ihrer Mitglieder erlitten haben, darunter auch die Fälle von Inés Fernández und Fortunato Prisciliano (siehe UA-033/2008, 3. Februar 2003, und UA-209/2007, 14. August 2007) sowie von Obtilia Eugenio Manuel (UA-007/2005, 12. Januar 2005). Für weitere Informationen siehe auch den Amnesty-Kampagnenbericht: Promoting Indigenous Rights in Mexico: Me'phaa Indigenous People's Organization (AMR 41/040/2008, Oktober 2008).
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