RAÚL HERNÁNDEZ, Mitglied der Indigenenorganisation Me'phaa (OPIM)
Am 27. August wurde der gewaltlose politische Gefangene und Indigenensprecher Raúl Hernández nach über zwei Jahren Haft freigelassen. Doch in den Tagen seit seiner Freilassung sind er und andere engagierte Indigene bedroht worden und befinden sich erneut in großer Gefahr.
Am 27. August wurde Raúl Hernández, Mitglied der Indigenenorganisation Organización del Pueblo Indigena Me'phaa (OPIM), von einer Mordanklage freigesprochen, deretwegen er seit April 2008 in der Gemeinde Ayutla im Bundesstaat Guerrero im Süden Mexikos in Haft gesessen hatte. Die Freude über die offizielle Bestätigung seiner Unschuld und den Missbrauch des Justizsystems, das ihn ungerechtfertigt so lange festgehalten hatte, ist nach den neuerlichen Drohungen jedoch erheblich getrübt.
Am 28. August wurde eine Tochter von Inés Fernández im Zentrum von Ayutla von zwei Männern angesprochen. Inés Fernández ist Mitglied von OPIM und wurde 2002 von Soldaten vergewaltigt. Sie hat sich im Bemühen um Gerechtigkeit an den Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte gewandt. Die beiden Männer drohten der Familie, sie zu töten, wenn sie in Ayutla bliebe. Bei der Drohung bezogen sie sich auch auf Raúl Hernández.
Am 30. August schoss eine Gruppe von Männern auf Álvaro Ramírez Concepción, den Koordinator der Organisation OFPM (Organización para el Futuro del Pueblo Mixteco), als er auf einem Stück Land nahe Juquila in der Gemeinde Ayutla arbeitete. Er wurde dabei schwer verletzt und man brachte ihn in ein Krankenhaus, wo er zurzeit noch behandelt wird. Audencio Ramírez Concepción, Ambrosio García Catarino und Ramón García Guadalupe wurden ebenfalls verletzt. Die Angreifer sind bis heute flüchtig. Die OPIM und die OFPM sind zwei eng miteinander verbundene Organisationen in Ayutla. Aktivist_innen beider Gruppen werden immer wieder bedroht und angegriffen.
Im April 2009 wies der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte die mexikanische Regierung an, die Sicherheit von 109 Menschenrechtsverteidiger_innen im Bundesstaat Guerrero zu garantieren, insbesondere von denen, die sich nach dem Mord an zwei OPIM-Sprechern bei OPIM oder OFPM engagieren.
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