ALIREZA (ELIRZA) SERRAFI, 53-jähriger Bauingenieur, Journalist und engagiert für kulturelle Rechte
HASSAN (HESEN) RASHIDI, Ingenieur, Schriftsteller und Dozent
SA'ID (SEID) MOHAMMADI (MEHEMMEDI) MUGHANLI, Schriftsteller und Journalist
MEHDI NA'IMI (NEIMI), Schriftsteller und Universitätsdozent
Die vier Menschenrechtsaktivisten Alireza Serrafi, Hasan Rashidi, Sa'id Mohammadi Mughanli und Mehdi Naimi, die sich für die Rechte der Aseri im Iran einsetzen, wurden am 8. November 2008 gegen eine Kaution in Höhe von umgerechnet je 200.000 Euro auf freien Fuß gesetzt. Vor der Freilassung wurden sie wegen "Handlungen gegen die nationale Sicherheit" unter Anklage gestellt. Der Gerichtstermin steht noch nicht fest.
Alireza Serrafi, Hasan Rashidi, Sa'id Mohammadi Mughanli und Mehdi Naimi waren seit ihrer Festnahme am 10. September 2008 in der Abteilung 209 des Teheraner Evin-Gefängnisses in Einzelhaft gehalten worden. Gegen Ende ihrer Haftzeit durften die Gefangenen jedoch bis zu 30 Minuten täglich nach draußen. Während ihrer Haftzeit hatten sie keinen Kontakt zu Rechtsanwälten. Bis zum 13. Oktober 2008 wurden ihnen auch keine Familienbesuche gestattet. Danach durften ihre Angehörigen sie jedoch fast wöchentlich besuchen. Laut der in Vancouver ansässigen Organisation zur Unterstützung aserbaidschanischer politischer Gefangener im Iran (Association for the Defence of Azerbaijani Political Prisoners in Iran - ADAPP) wurden die vier Gefangenen misshandelt, unter anderem mit Schlägen und psychologischen Misshandlungen. Alireza Serrafi trat während der Haft in einen Hungerstreik, um gegen seine Behandlung zu protestieren und dagegen, dass Beamte gedroht hatten, auch seine Frau festzunehmen.
HINTERGRUNDINFORMATIONEN
Die turksprachige Volksgruppe der Aseris stellt mit 25 bis 30 Prozent der Bevölkerung die größte ethnische Minderheitengruppe im Iran. Sie lebt vornehmlich im Norden und Nordwesten des Landes und gehört überwiegend der schiitischen Glaubensrichtung an. Die Aseris sind im Allgemeinen gut in die Gesellschaft integriert, fordern aber in den vergangenen Jahren verstärkt größere kulturelle und sprachliche Rechte ein, so auch das Recht auf Bildung in der aserbaidschanischen Sprache und das Recht aserbaidschanische Feste feiern zu dürfen.
Vielen Dank allen, die sich an dieser Eilaktion beteiligt haben. Weitere Appelle sind derzeit nicht erforderlich. Amnesty International wird den Fall jedoch weiter verfolgen und gegebenenfalls erneut Aktionen einleiten.
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