Seit dem 09. Juli 2011 ist der Südsudan vom nördlichen Teil des Sudans unabhängig und nennt sich Republik Südsudan. In vier der neun Provinzen kam es in den vergangenen Wochen zu heftigen Kämpfen. Nach UN-Angaben wurden dabei mindestens 800 Menschen getötet und fast 100.000 aus ihrer Heimat vertrieben. Im März wurde ein SOS - Kinderdorf in Malakal überfallen. Daran sollen sowohl die SPLA als auch Rebellen beteiligt gewesen sein. Die 103 Kinder, Mütter und Mitarbeiter des Dorfes konnten trotz der dramatischen Vorkommnisse unbeschadet evakuiert werden. Ende April berichte die UN, dass im Süden Angehörige der UNO überfallen wurden und dabei ein Mitarbeiter getötet wurde.
Die Kämpfe zwischen der sudanesischen Volksbefreiungsarmee (SPLA) und bewaffneten Oppositionsgruppen seit Januar 2011 haben Hunderten von Zivilisten, darunter Frauen und Kinder, das Leben gekostet. Mehr als 10.000 Menschen sind in Upper Nile, Unity und Jonglei nach Angaben der Vereinten Nationen vertrieben worden. SPLA-Soldaten sind verantwortlich für schwere Menschenrechtsverletzungen und Verletzungen des humanitären Völkerrechts. Im Laufe dieser Kämpfe gab es ungesetzliche Tötungen von Zivilisten und die Zerstörung von Häusern und anderen zivilen Einrichtungen.
Die derzeitige Verfassung der Republik von Süd-Sudan sieht vor, dass die Todesstrafe in Kraft bleibt "für extrem schwere Fälle in Übereinstimmung mit dem Gesetz." Seit Januar 2007 sind in Südsudan mindestens 12 Menschen hingerichtet worden, viele werden noch in Todeszellen gefangen gehalten, darunter auch einige Jugendliche.
Obwohl einige Gesetze den Schutz von Frauen und Mädchen enthalten, ist die Regierung kaum in der Lage, diese durchzusetzen. Frauen und Mädchen wird regelmäßig ihr Wahlrecht vorenthalten, ihnen ist das Erben von Eigentum untersagt und viele Frauen unterliegen verschiedenen Formen häuslicher Gewalt. In Südsudan ist der Bildungsrückstand von Frauen und Mädchen allgegenwärtig, mehr als 80 Prozent sind Analphabetinnen. Sie haben nur begrenzten Zugang zu Rechtsbeiständen, die meisten Streitigkeiten werden vor traditionellen Gerichten behandelt.
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