Die Polizei war auch 2010 für Menschenrechtsverletzungen verantwortlich, darunter widerrechtliche Tötungen, Folterungen und andere Misshandlungen sowie Fälle von "Verschwindenlassen". Der Justiz fehlte es an den erforderlichen Mitteln, Verfahrensverzögerungen waren an der Tagesordnung. Die Gefängnisse waren überfüllt. Bei den meisten Gefangenen handelte es sich um Untersuchungshäftlinge, von denen einige schon seit Jahren auf ihren Prozess warteten. Ungefähr 920 Personen saßen in den Todeszellen ein. Viele waren in unfairen Verfahren verurteilt worden. Es wurden keine Hinrichtungen gemeldet. Die Lage im Nigerdelta verschlechterte sich im Berichtsjahr weiter. Menschenrechtsverteidiger und Journalisten wurden weiterhin eingeschüchtert und schikaniert. Gewalt gegen Frauen war nach wie vor weit verbreitet. Die Regierung ergriff keine Maßnahmen, um die Rechte von Kindern zu schützen. Auch 2010 wurden Menschen überall in Nigeria Opfer rechtswidriger Zwangsräumungen.(Stand: 31.12.2010)