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ai-Gruppe 2012 - ai- Koordinationsgruppe für Angola

Die Angola-Kogruppe der deutschen Sektion von amnesty international besteht aus Mitgliedern in Darmstadt und dem Ruhrgebiet. Wir sind 6 Leute zwischen 28 und 51 Jahren und haben uns im letzten Jahr zusammengefunden.

  Koordinationsgruppe für Angola

Angola hat über 40 Jahre Krieg hinter sich. Nach dem Befreiungskrieg gegen die Kolonialmacht Portugal (1961-1974) brach nach der Unabhängigkeit 1975 ein Bürgerkrieg zwischen den Befreiungsbewegungen aus. Trotz mehrerer Friedensabkommen hielt dieser Krieg praktisch bis ins Jahr 2002 an. Mit dem Tod des UNITA-Führers Jonas Savimbi im Februar 2002 und dem anschließenden Friedensvertrag vom 4.April 2002 endete der Bürgerkrieg formal. Die Zivilbevölkerung hatte am meisten unter den Kriegshandlungen zu leiden. Tausende Menschen wurden ermordet, wurden Opfer von Vertreibungen, Vergewaltigungen, Entführungen oder Plünderungen durch beide Kriegsparteien. Resultat dieser erbarmungslosen Kriegsführung ist eine beispielslose humanitäre Krisensituation und Hungersnot, deren wahren Ausmaße erst jetzt allmählich bekannt werden. Hinzu kommt, dass Millionen von Landminen im Land verstreut sind, und es muss angemerkt werden, dass in der Enklave Cabinda nach wie vor Bürgerkrieg herrscht. Die Zahl der Menschenrechtsverletzungen war und ist enorm hoch. Wir betrachten es als unsere Aufgabe, die Lage im Land aus dieser Sicht zu betrachten und entsprechend zu informieren. Drei bis vier mal im Jahr geben wir dazu einen Rundbrief heraus, der bei uns angefordert werden kann. Aktuelle Informationen zu Angola können auch jeder Zeit über unsere Homepage: www.amnesty.de/de/2012 abgerufen werden.

Zur Lage der Kindersoldaten in Angola

Tausende von Kindersoldaten wurden während des lang anhaltenden Bürgerkrieges von der angolanischen Armee sowie von den Truppen der UNITA für ihre Zwecke missbraucht. Liest man die zurückliegenden ai- Jahresberichte finden sich in allen Berichten Anmerkungen zu Zwangsrekrutierungen und Entführungen Minderjähriger. Abubakar Sultan, verantwortlich bei UNICEF für das Kinderschutzprogramm, schätzt die Zahl der ehemaligen Kindersoldaten auf 8000, mit dem Hinweis "wahrscheinlich zu niedrig" (Bericht UNICEF vom 16.01.2003). Die Zahl 8000 findet sich auch bei amnesty international. Im Rundbrief der ai-Koordinationsgruppe Angola vom Dezember 2002 sprach der deutsche Botschafter Christian Kraemer ebenfalls von 8000 und bezog sich dabei auch auf eine Aussage von UNICEF. Allerdings waren hier nur die ehemaligen Kindersoldaten der UNITA gemeint.

Diese kurze Darstellung zeigt die Schwierigkeit, an verlässliche Zahlen zu kommen. Wie viele Kinder tatsächlich das Martyrium über sich ergehen lassen mussten, wird wahrscheinlich nie zu ermitteln sein, ganz zu Schweigen von denen, die ihr Leben verloren. Jetzt wird es darauf ankommen die ehemaligen Kindersoldaten wieder in die Gesellschaft zu integrieren und ihnen eine menschenwürdige Zukunft zu ermöglichen. Entsprechende Programme, besonders von UNICEF, sind angelaufen. Leider ist die Bereitschaft der Regierung, sich ihrer Verantwortung zu stellen und zu engagieren eher gering. Zu hoffen ist, dass wenigstens der Forderung vieler Nichtregierungsorganisationen nachgekommen wird, die ehemaligen Kindersoldaten vom Pflichtmilitärdienst zu befreien.

Kontakt:
Eberhard Wenzel
Elsa-Braendstroem-Weg 24
64289 Darmstadt
email: binhowenz@gmx.de

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