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Kinderrechte -

 

Vorschlag zur Menschenrechtserziehung im Rahmen der Russlandkampagne

 

Rahmenbedingungen:

bulletgeeignet vor allem für Schulklassen und Jugendgruppen
bulletAltersgruppe: 4. – 6. Schuljahr
bulletDauer: ca. 2-3 Stunden, evtl. Ausstellung und Unterschriftenaktion

Ziele:

- Die SchülerInnen lernen einige Kinderrechte kennen
- die SchülerInnen appellieren für die Einhaltung einiger Kinderrechte

Material:

bulletDie Rechte der Kinder von logo einfach erklärt – zu beziehen aus dem Internet als Download oder über das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (www.bmfsfj.de)
bulletCartoons von der Seite www.unicef.org/crcartoons/ auf Folie kopiert oder als Video (Bestellmöglichkeit ebenfalls unter www.unicef.org/crcartoons/)
bulletPapier und Stifte für die SchülerInnen zum Malen

Überblick über den Ablauf:

Mithilfe der Broschüre "Die Rechte der Kinder von logo einfach erklärt" lernen die SchülerInnen einige Kinderrechte kennen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Seiten "Warum gibt’s die Kinderrechtskonvention", "Wann gilt die Kinderrrechtskonvention", "Gleiches Recht für alle Kinder" sowie auf "Kinder im Krieg" und "Kinder als Straftäter". Bei Bedarf können natürlich auch weitere Rechte besprochen werden.

Die SchülerInnen besprechen und malen Bilder zu den jeweiligen Rechten. Als Abschluss können die Bilder in einer Ausstellung aufgehängt werden, in der eine Unterschriftenliste ausliegt, die den Russischen Präsidenten auffordert, sich mehr für die Kinderrechte einzusetzen.

 

Ablaufskizze:

I.

Je nach Lesevermögen lesen SchülerInnen oder die Lehrperson die jeweiligen Seiten vor. Es empfiehlt sich, zunächst den Abschnitt "Warum gibt’s die Kinderrechtkonvention" (S. 17) und "Wann gilt die Kinderrechtskonvention" (S. 18) zu besprechen. Der Begriff Konvention wird in einem Abschnitt auf Seite 15 erklärt.  Der Abschnitt "Gleiches Recht für alle Kinder" (S. 26-27) erklärt die Gleichstellung von Geschlecht und ethnischen Gruppen. Nach der Klärung von Verständnisfragen legt die Lehrperson Folien mit Cartoons auf (Anhang I).

Die SchülerInnen versuchen herauszufinden, was das Bild mit dem gerade vorgelesenen Text zu tun hat: Was sieht man auf dem Bild? Was für ein Gefühl hast Du, wenn Du das Bild anschaust?

II.

Im Anschluss werden die Seiten zu "Kinder im Krieg" (S.58-59) vorgelesen. Hierbei geht es um die Forderung, dass Kinder nicht zum Kriegsdienst eingezogen werden sollen. Die Lehrperson sollte darauf hinweisen, dass einige Länder (u.a. Russland) das Zusatzprotokoll, von dem im Text die Rede ist, nicht unterzeichnet haben. Auch hier werden nach der Klärung des Inhalts Folien aufgelegt (Anhang II).

III.

Schliesslich geht es um den Abschnitt "Kinder als Straftäter" (S.64-65). Dabei kann schon im Vorhinein die Vorstellung der SchülerInnen von einem Gefängnis abgefragt werden. Die SchülerInnen sollen sich auch vorstellen, wie es wohl in einem Gefängnis wäre. Nachdem der Text vorgelesen wurde und Verständisfragen geklärt wurden, wird das Bild aus Anhang 3 als Folie aufgelegt:

Die SchülerInnen versuchen herauszufinden, was das Bild mit dem gerade vorgelesenen Text zu tun hat: Was sieht man auf dem Bild? Was für ein Gefühl hast Du, wenn Du das Bild anschaust?

Bei Bedarf können natürlich noch weitere Rechte besprochen werden.

IV.

Die SchülerInnen suchen sich eines der besprochenen Rechte aus und malen ein Bild dazu. Die Bilder werden im Klassenzimmer oder in einer Ausstellung aufgehängt.

V.

Wie bereits vorher angedeutet, gibt es einige Länder, in denen die Kinderrechte nicht eingehalten werden. Die SchülerInnen sollen sich nun aus aktuellem Anlass mit einem dieser Länder beschäftigen, und zwar mit Russland. Dazu kann gefragt werden:


Kennt Ihr Russland? War jemand von Euch schon einmal dort (zur Verdeutlichung kann z.B. auch eine Landkarte gezeigt werden)? Kennt Ihr Russen hier in Deutschland? Was wisst Ihr über Russland?


Nachdem so einige Basis-Informationen gesammelt wurden, soll der Bezug zu den bisher besprochenen Kinderrechten wieder hergestellt werden. Zu "Kinder im Krieg" (die Folien bzw. die gemalten Bilder können zur Vedeutlichung nochmals gezeigt werden) kann die Lehrperson anmerken, dass Russland das entsprechende Protokoll gegen Kindersoldaten noch nicht unterzeichnet hat. Zu "Kinder als Straftäter" (auch hier können die Folie bzw. die gemalten Bilder zur Vedeutlichung nochmals gezeigt werden) kann die Lehrperson ergänzen, dass in Russland Kinder – im Vergleich zu Deutschland – schlechtere Bedingungen im Gefängnis haben: Sie werden größtenteils in überfüllten, schmutzigen und schlecht belüfteten Zellen voller Ungeziefer untergebacht. Sie werden zusammen mit Erwachsenen eingesperrt, wodurch die Gefahr steigt, dass sie von diesen Häftlingen schikaniert werden. Ab und zu werden die Kinder sogar im Gefängnis geschlagen – und nicht immer müssen sich die Wärter deswegen vor Gericht verantworten.


Wichtig für den Abschluss ist, das den SchülerInnen Möglichkeiten gezeigt werden, wie sie mithelfen können, solche Situationen zu verbessern. Dabei stehen Öffentlichkeitsarbeit und Appellbriefe im Vordergrund. Zur Öffentlichkeitsarbeit würde sich eine Ausstellung der gemalten Bilder eignen, die sich mit einer Unterschriftenliste an Präsident Putin verbinden lässt. In einem solchen Appellbrief können die SchülerInnen in ihrer eigenen Sprache Putin auffordern, gegen Kindersoldaten vorzugehen und die Situation von Jugendlichen Inhaftierten zu verbessern. Evtl. findet sich im Umkreis der Schule jemand, der diese Forderungen ins Russische oder zumindest ins Englische übersetzen kann, bevor der Brief samt Unterschriftenliste per Post, Fax oder E-Mail abgeschickt wird.

Anhang:

I. Anti-Diskriminierung / Recht auf eigene Kultur:

Cartoon Nr. 6 (www.unicef.org/crcartoons/)

www.projectview.org/overtheline.whitneypanel49.htm


II. Krieg:

Cartoons Nr. 4, 22, 32 (www.unicef.org/crcartoons/)


III. Justiz:

Cartoon Nr. 34 (www.unicef.org/crcartoons/)

www.bbc.co.uk/worldservice/people/features/childrensrights/worldnewsround/inclusion_afghanistan.shtml

V:

Briefe an:

President of the Russian Federation,

Vladimir Putin,

Kremlin, Moscow,

Russian Federation

Fax: +7 (095) 206-07-66, 206-35-66

President@gov.ru

 

Nützliche Links:

www.unicef.de/download/D0011.pdf (32-seitige Broschüre "Kinder haben Rechte! Die UN-Konvention über die Rechte des Kindes. Eine Einführung. Dokumentation Nr. 11)

http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Broschuerenstelle/Pdf-Anlagen/PRM-9426-Die-Rechte-der-Kinder-_28logo_29--,property=pdf.pdf (46-seitige Broschüre der ZDF-Serie logo: Die Rechte der Kinder von logo einfach erklärt)

www.unicef.de/kids/index.html (Unicef for Kids – kindgerechte Erklärungen zu den Rechten, mit Spielen und Infos zu "Kinder der Welt")

www.kinderpolitik.de/methoden/content/index.html (Auszüge aus dem Buch "Die Rechte des Kindes", mit Illustrationen)

www.unicef.org/crc/crc.htm (englischsprachige Seite zur Convention on the Rights of the Child, mit dem aktuellen Status der Ratifizierung)

www.unicef.org/crcartoons/ (Cartoons for Children’s Rights, animiert, aber auch als Folien brauchbar)

(Für die Inhalte dieser externen Web-Seiten übernehmen wir keine Haftung.)

 

Forderung von amnesty international

Kinder und Jugendliche müssen vor Übergriffen durch Polizei- und Justizvollzugspersonal geschützt werden.

Hierfür ist es erforderlich, dass

bulletdie weitgehende Straflosigkeit für Folter und Misshandlung beendet wird. Täter müssen juristisch zur Verantwortung gezogen werden.
bulletdie Bestimmungen der UN-Kinderrechtskonvention umgesetzt werden, d.h. es muss gewährleistet werden, dass Kinder und Jugendliche nach der Freiheitsentziehung umgehend Zugang zu einem rechtskundigen oder anderen geeigneten Beistand erhalten. Außerdem muss sichergestellt werden, dass Kindern ihre Freiheit nur als letztes Mittel und nur für die kürzest angemessene Zeit entzogen wird.

Alle Beamten mit Polizeibefugnissen und Angehörige der Sicherheitskräfte müssen hinsichtlich der speziellen Schutzbedürfnisse und Rechten von Kindern, wie sie in der UN-Konvention über die Rechte des Kindes verankert sind, geschult werden.

 

© SeKo Menschenrechtserziehung amnesty international (Sandra Reitz)

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