In
diesem Jahr fand das internationale Forum für
Menschenrechtsbildung auf
dem afrikanischen Kontinent statt. Vom 03. bis 05. Februar 2005 trafen
sich in
Marrakesch Angehörige von amnesty international, die sich im
Bereich der
Menschenrechtsbildung engagieren. Die jedes zweite Jahr stattfindenden
Foren
dienen der Vernetzung und des Austausches der einzelnen ai-
Ländergruppen.
Aber auch Vertreter und Vertreterinnen anderer Organisationen, die sich
für die
Menschenrechte einsetzen, gehören zu den Teilnehmenden. Wenn
möglich, nimmt
ein Mitglied unserer Gruppe an dem Forum teil. Sandra Reitz war in
diesem Jahr in
Marrakesch dabei und schildert ihre Eindrücke in dem unten
stehenden Bericht. |
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| Neben dem Austausch über die Arbeit
zur Menschenrechtsbildung in den Teilnehmerländern... |
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| Gruppenfoto am letzten Abend |
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Vortrag der spanischen
Sektion |
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| Die Teilnehmenden lauschen
gebannt mit Hilfe von DolmetscherInnen |
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Informeller Austausch in der
Pause |
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...präsentierten
die TeilnehmerInnen auf der Cultural Party am letzten Abend
landestypische
Tänze, Lieder, Gedichte etc. |
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| Szene am letzten Abend in
einem marokkanischen Restaurant |
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Gesang der marokkanischen
Sektion auf der
Cultural Party |
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| Bericht
über das 4. Internationales Forum für
Menschenrechtsbildung in Marrakesch |
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Inzwischen
zum vierten Mal fand das von amnesty international initiierte
"International Human
Rights Education Forum" statt. Das Forum bringt alle zwei Jahre Aktive
der
Menschenrechtsbildung aus allen Teilen der Welt zusammen, um
Erfahrungen und Material
auszutauschen, Netzwerke zu festigen und Strategien zu entwickeln. In
Marrakesch trafen
sich im Februar 2005 an drei Tagen etwa 80 ExpertInnen in Sachen
Menschenrechtsbildung.
Die Teilnehmenden kamen aus weit verstreuten Regionen, von Togo
über die Mongolei bis
Uruguay und den USA. |
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Das Forum
startete mit Beiträgen von Fouzia Assouli aus Marokko, die
über die
menschenrechtliche Situation von Frauen in ihrem Land referierte, und
Carlos Nunez
Hurtado aus Mexiko mit Ausführungen zur "Popular Education
- Pädagogik der Befreiung".
Nancy Flowers aus den USA beriet uns beim umfangreichsten Punkt der
Agenda:
Den Strategien von amnesty international zur Menschenrechtsbildung
bezüglich Zielgruppen,
Methoden und Aktionen. |
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Für
unsere Koordinationsgruppe ist vor allem der Austausch und die
Zusammenarbeit mit
Menschenrechtsbildungs-Gruppen aus Österreich und der Schweiz
nützlich. Ein interessantes
Projekt stellten die Niederlande und Belgien vor. Die
Menschenrechtsbildungs-Gruppen dieser
Ländern bieten die englischsprachige Webseite Youthwatch
an. Dieser Webauftritt richtet sich
hauptsächlich an Jugendliche und bietet ihnen eine Plattform,
auf der sie sich mit anderen
Interessierten aus der ganzen Welt zu Menschenrechtsthemen austauschen
können. Darüber
hinaus werden sie hier zu selbständigen Aktionen für
die Menschenrechte angeleitet. |
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Das Thema
Internet machte die Unterschiede und Probleme der
Teilnehmerländer besonders
deutlich. Während die VertreterInnen aus den wirtschaftlich
besser gestellten Staaten sich
darüber austauschten, wie das Internet als Medium für
die Menschenrechtsbildungsarbeit
genutzt werden kann, sprachen ai-VertreterInnen z.B. vom afrikanischen
Kontinent über das
Problem, ausreichend Poster und Bildmaterialien zu bekommen, um die
größtenteils
analphabetisierte Bevölkerung zu erreichen. Vom ausreichenden
Zugang zu Computern für
breite Bevölkerungsschichten können sie nur
träumen. |
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Die
VertreterInnen aus Spanien und Frankreich brachten viele ausgereifte
Vorschläge und
Materialien zur aktuellen ai-Kampagne "Hinsehen und Handeln - Gewalt
gegen Frauen verhindern"
(im Englischen: SVAW = Stop Violence Against Women) in das Forum ein.
Aufbauend auf den
Ausführungen von Carlos Nunez Hurtado brachte eine
Gemeinschaft von lateinamerikanischen
und kanadischen ai-Gruppen den Teilnehmenden die Konzepte der "Popular
Education" näher.
In Deutschland ist dieser Pädagogikansatz auch unter dem Namen
ihres Hauptvertreters Paulo
Freire oder "Pädagogik der Befreiung" bekannt. Hauptanliegen
dieser Methode ist die
Emanzipation und Einbeziehung der Lernenden in das
Unterrichtsgeschehen. Dadurch soll die
Bereitschaft und Fähigkeit zum offenen Dialog und kritischem
Hinterfragen gefördert werden.
Gerade Jugendliche welche die Schule selten oder gar nicht besuchen,
lassen sich so eher
animieren aktiv zu werden. |
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Der dritte
Tag des Forum beinhaltete verschiedene Workshops zu den Themen
Evaluation
von Menschenrechtsbildung-Maßnahmen, "Popular Education",
wirtschaftlichen, sozialen und
kulturellen Menschenrechten, sowie Möglichkeiten der
Zusammenarbeit von ai-Jugend- und
Menschenrechtsbildungs-Gruppen. Um die internationalen Netzwerke
über das Forum hinaus
zu erhalten und die Kooperationen zwischen den einzelnen
Ländern zu intensivieren, wurde
abschließend ein Komitee aus sieben VerterterInnen der
einzelnen Regionen gewählt, die als
AnsprechpartnerInnen fungieren und die Vernetzung fördern
sollen. |
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| Workshop
zur aktuellen ai-Kampagne |
Noch vor dem
eigentlichen Beginn des Forums fand ein Workshop zur aktuellen
ai-Kampagne
"Hinsehen und Handeln - Gewalt gegen Frauen verhindern" statt. Auf
diesem wurden neues
Bildungs- und PR-Material, sowie die zukünftigen Schwerpunkte
der Kampagne vorgestellt.
Besonders beeindruckend waren die Berichte von FrauenrechtlerInnen aus
Marokko. Fouzia
Assouli von der "Ligue Democratique des Droits des Femmes"
(„Demokratische Liga der
Frauenrechte“) sprach über die Probleme, die der
erstarkte islamische Fundamentalismus
mit sich bringt. VerfechterInnen dieses religiösen
Fundamentalismus argumentieren mit einer
extremen Auslegung der Sharia und des Koran, um die Diskriminierung von
Frauen und anders
Denkenden weiter voranzutreiben. Die "Ligue Democratique des Droits des
Femmes" bietet,
vor allem auch in ländlicheren Regionen, Workshops
für Frauen an. Diese Bildungsmaßnahmen
werden in Verbindung mit Alphabetisierungsprogrammen
durchgeführt, und klären die Frauen
über ihre Menschenrechte auf, derer sie sich oft nicht bewusst
sind. Da viele dieser Frauen nie
lesen und schreiben lernen konnten, werden ihnen Kassetten in den
verschiedenen Dialekten
des Landes mitgegeben, mit Hilfe derer sie die Inhalte der Workshops
weitergeben und
„nachhören“ können. Auch mit
marokkanischen Gemeinschaften außerhalb Marokkos arbeitet
die Frauenrechtsorganisation zusammen. Vor allem in Frankreich, wo es
eine große
marokkanische Minderheit gibt, ist sie bislang aktiv. |
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Weiterhin
gab es während des Workshops Raum für den Austausch
erfolgreicherer und
weniger erfolgreicher Menschenrechtsbildungs-Maßnahmen der
Kampagne: Insgesamt
verläuft die Kooperation von amnesty international mit anderen
Organisationen z.B. "Terre
des femmes" gut. Erfolgreich sind auch Aktionen, die Jugendliche
ansprechen und einbinden,
z.B. Konzerte, Theateraufführungen und Ausstellungen. Die
immer noch vernachlässigte
Evaluation von Maßnahmen zur Menschenrechtsbildung stellt
eine Herausforderung dar.
Weiterhin gibt es Schwierigkeiten, auch männliche Jugendliche
und Erwachsene von der
Wichtigkeit der Kampagne zu überzeugen und sie für
dieses Thema zu sensibilisieren.
Vor allem ist aber eines der dringendsten Anliegen für die
Zukunft, die täglich stattfindende
Gewalt gegen Frauen aus der Privatsphäre in die
Öffentlichkeit zu bringen. |