Erfahrungen mit Menschenrechtsbildung

Positive Erfahrungen - allgemein:
~ Medienvielfalt verwenden, handlungsorientierter Unterricht, Schüleremotionen aufgreifen, Schülerinteressen berücksichtigen, möglichst fächerübergreifende Behandlung des Themas, Anschaulichkeit, Material zur Handreichung, „Schüler dort abholen, wo sie stehen"
~ Betroffene einladen!! (Asylbewerberheim kontaktieren)
~ Plakate entwerfen lassen (Gymnasium, 9. bis 12. Klasse):
a) zu verschiedenen Menschenrechten (nach Info von uns)
b) zu ai und zur Arbeit von ai
~ Schüler selber tätig werden lassen (z. B. Urgent Actions schreiben lassen)
~ Menschenrechtsverletzungen im eigenen Umfeld thematisieren
~ Diskussion zeitlich begrenzen
~ Diskussionen offen halten (andere Meinungen auch stehen lassen)
~ Ziel: Sensibilisierung, nicht Überzeugen/ Überreden
~ Auch die positiven Aspekte (der Länder) näherbringen

Einzelne Aktionen:

~ Zu den einzelnen Ländern: Essen, Spielzeug, Instrumente mitbringen, dann auch die Menschenrechtssituation dort besprechen
~ Frage- / Schätzbogen als Einstieg
~ "Menschenrechtsverletzung: ja oder nein?", Beispiele, jedeR muss selbst entscheiden
~ Kinder für einen Tag mit Nummern ansprechen (Recht auf Namen)
~ ai-Fließband in der Aula : eine Klasse nach der anderen wurde in die Aula zu der Veranstaltungsgruppe hinunter geführt und dort wurde mit jeder Klasse dasselbe ca. einstündige Programm durchgeführt
~ Antifolter-Ausstellung – Sonderführungen mit Schulklassen: die Antifolter Ausstellung kann von amnesty in Ulm ausgeliehen werden
~ Die „Übersetzung" der Menschenrechte in die Menschenpflichten
~ Aktion Fluchtweg: Die niedersächsische Bildungszentrale stellte eine mobile Ausstellung in einem LKW und eine amnesty Gruppe bereitete die Ausstellung mit den besuchenden Klassen nach
~ Dichterlesung in verschiedenen Sprachen: z.B. mit Gruppen in denen verschiedene Sprachen gesprochen werden oder in Kontexten, in denen Mehrsprachigkeit vorherrscht

Zu einzelnen Themen:

~ Zum Thema Todesstrafe: Zunächst diskutieren: was ist für Schüler eine „gute" Strafe (Bedingungen wie Einsicht, Chance zur Besserung), dann Diskussion über Todesstrafe (keine Chance zur Besserung mehr, etc.)
~ Zum Thema Todesstrafe. Film „Paula Cooper" ist recht gut geeignet als Diskussionsgrundlage (obwohl einige Fakten nicht mehr stimmen und berichtigt werden müssen, z. B. Mindestalter für die Todesstrafe: nicht mehr 12, sondern 16 Jahre)
~ Zum Thema Kinderarbeit/Kinderrechte: Material vom Verlag an der Ruhr: Tagesabläufe vergleichen, Papiertütenspiel, Traumbilder (an den Bundeskanzler geschickt), Video über Perlenfischer, Arbeitsblatt Menschenrechte für Kinder
~ Gerichts-Rollenspiel "Folter auf der Anklagebank"
 

Negative Unterrichtserfahrungen - allgemein:

~ Vorträge halten oder monotone Referate; Belehrungen, Moralisierung oder Besserwisserei, wenn man nicht auf Schüleräußerungen eingeht oder die Schüler nicht ernst nimmt; Überforderung durch zu viel Material oder durch zu hohes Niveau (auch sprachlich und besonders bei Texten)
~ Ai als „Pausenclown": eine Schulstunde ist zu kurz!
~ Klassen/Kurse sollten nicht größer als 30 Schüler sein
~ ungenügend auf Zielgruppe eingestellt gewesen 
~ Vorher abklären, aus welchen Ländern Schüler in der Klasse sind
~ Jugendliche aus anderen Ländern fühlen sich angegriffen (z.B. durch Jahresbericht)
~ Ungewohnte Methoden
~ mit Negativbeispielen aus der ai Arbeit die TeilnehmerInnen "erschlagen"
~ Umgang mit schwierigen Diskussionen & Provokationen: Ai’ler und die Position zunächst als "Außenseiter"

Zu speziellen Themen:

~ Thema Todesstrafe: Pro- und Contra-Diskussion (8. Klasse, Hauptschule): Schüler sollten Argumente aus gespielter Diskussion herausfiltern: Überforderung
~ Rollenspiel mit Positionen zur Todesstrafe; „Ein begnadigter Mörder"

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