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Frauenhandel nach Israel |
"Ich wünsche nicht mal meinen Feinden, dass sie das durchmachen, was wir durchgemacht haben!"Frauen der ehemaligen Sowjetunion werden nach Israel in die Sexindustrie gelockt und sind dort Opfer von Menschenrechtsverletzungen
In Israel werden die Frauen oft richtiggehend gekauft und bei „Auktionen" wieder verkauft. Sie werden gezwungen lange Zeit in der Sexbranche als Prostituierte zu arbeiten, da sie weiterhin große Schulden, z.B. für ihr Flugticket, bei ihren „Besitzern" haben. Diese halten die Frauen meist unter menschenunwürdigen Zuständen in Bordellen oder Apartments fest, wo sie ohne Begleitung nie das Haus verlassen, oft sogar gar nicht nach draußen dürfen. Viele erkranken schnell entweder an Geschlechtskrankheiten oder auch an Tuberkulose. Es gibt viele Berichte darüber, dass Frauen gezwungen wurden, mit mehreren Männern am Tag Geschlechtsverkehr zu haben. Ihnen wurde mit Vergewaltigung und anderem sexuellen Missbrauch gedroht, falls sie sich weigerten mit Kunden zu schlafen. In vielen Fällen wurden den Frauen auch der Pass abgenommen um sie dadurch am Weggehen zu hindern. Im April und Mai 1999 besuchte eine Delegation von amnesty international unter anderem das Neve Tirza Gefängnis, in dem viele Frauen aus der ehemaligen Sowjetunion im Zusammenhang mit Prostitution einsitzen und auf ihre Abschiebung warten. Bei Polizeirazzien in Bordellen werden viele der Frauen inhaftiert und
warten in der Haft auf ihre Abschiebung. Manche Frauen sind nur für
kurze Zeit im Gefängnis, manche aber werden länger in Haft gehalten,
weil das Justizministerium angeordnet hat, dass diese Frauen das Land erst
verlassen dürften, wenn sie als Zeuginnen ausgesagt hätten. Viele
der Frauen aber haben Angst davor, gegen ihre Zuhälter auszusagen,
weil diese ihnen mit dem Tod gedroht haben oder damit sie in Russland wiederzufinden;
oder auch weil sie befürchten dadurch zu noch längeren Haftstrafen
verurteilt oder abgeschoben zu werden.
Viola Fäßler
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Unter
diesen Frauen war auch Anna , eine 31-jährige Physiklehrerin aus St.
Petersburg. Sie kam im Oktober 1998 mit einem Touristenvisum nach Israel.
Sie wurde unter dem Versprechen gelockt einen Job zu bekommen, bei dem
sie US$ 1,000 pro Monat verdienen würde, was ein 20fach höherer
Verdienst als ihr Job in Russland gewesen wäre. Der Israeli, der ihr
den Job angeboten hatte, machte ihr zwar klar, dass sie in der Sexindustrie
arbeiten würde, versprach aber gute Arbeitsbedingungen. Nach ihrer
Ankunft wurde ihr der Pass abgenommen und sie wurde in ein Apartment mit
sechs anderen Frauen von Ländern der ehemaligen Sowjetunion, geschlossen.
Sie wurde bei „Auktionen" zweimal „angeboten". Beim zweiten Mal wurde sie
dann für US$ 10,000 verkauft und nach Haifa gebracht. Die Wohnung,
wo sie mit zwei weiteren Frauen war, hatte Gitter an den Fenstern und die
Frauen durften die Wohnung nur selten verlassen.
Im März 1999 wurde sie bei einer Razzia der Polizei verhaftet. Vor Gericht sagte die Polizei aus, dass Anna eine Aussage unterschrieben hätte, bei der sie die Beteiligung an Prostitution zugegeben hätte. Dieses Dokument war in Hebräisch geschrieben und Anna hatte keinen Übersetzer. Sie erfuhr später, dass sie wegen Betreiben eines Bordells angeklagt war. Sie wurde für beinahe einen Monat im Haftzentrum Kishon gehalten und wartete auf ihre Abschiebung. Während dieser Zeit war es ihr nicht erlaubt mit dem russischen Konsulat zu sprechen. Der Grund für ihre Inhaftierung war angeblich, dass die Behörden Anna als Zeugin gegen ihren Zuhälter auftreten lassen wollten, doch Anna wurde von den Behörden nie gefragt, ob sie als Zeugin gegen ihn auftreten wolle. |