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Eine Amnesty-Researcherin spricht mit einem ehemaligen Kindersoldaten: © Amnesty InternationalEine Amnesty-Researcherin spricht mit einem ehemaligen Kindersoldaten: © Amnesty International

Woher weiß Amnesty International, dass in Syrien ein Gefangener gefoltert wurde? Dass im Iran ein Jugendlicher hingerichtet werden soll? Dass die USA Terrorverdächtige in Geheimgefängnisse verschleppen?

Die Ermittlungsarbeit von Amnesty International leisten 80 sogenannte "Länder-Researcher" in der internationalen Amnesty-Zentrale in London oder in den Außenstellen. Sie sammeln und bewerten Informationen über die Menschenrechtsituation "ihrer" Region und dokumentieren die Ergebnisse in Berichten, wie zum Beispiel im Amnesty-Report.

Zwei bis drei Wochen im Jahr arbeiten die Researcher vor Ort. Sie sprechen mit Opfern von Menschenrechtsverletzungen, ihren Angehörigen, AnwältInnen und VertreterInnen von Nichtregierungsorganisationen. Amnesty informiert die Regierungen vorab über die Besuche. Normalerweise werden Einreise und Forschungsarbeit genehmigt, auch wenn die wenigsten gern Amnesty-Delegationen im Land haben. Nur wenige Staaten wie Myanmar und China verbieten Amnesty-Ermittlern die Einreise. In diesen Fällen führt Amnesty nicht etwa "Under-Cover-Delegationen" durch, sondern stützt sich auf Informationen von MenschenrechtlerInnen vor Ort oder von Flüchtlingen, die das Land verlassen haben.

Amnesty prüft den Wahrheitsgehalt und die Zuverlässigkeit des auf Delegationsreisen gesammelten Materials - Zeugenaussagen, Gerichtsakten, medizinische Atteste, Notizen, Bücher und Berichte - mehrfach und kritisch, bevor es in einen Bericht aufgenommen wird.

Neben der Arbeit vor Ort informieren sich die Researcher umfassend bei Nichtregierungsorganisationen, JournalistInnen, RechtsanwältInnen und über Tageszeitungen sowie politische Magazine aus "ihren Ländern".

Häufig gehen auch Hilferufe von Opfern bei den Researchern ein - dann muss schnell gehandelt werden. Manchmal genügt ein Anruf, von dem man weiß, dass er abgehört wird, um das Schlimmste zu verhindern. Denn oft werden die Opfer allein dadurch geschützt, dass Amnesty ermittelt. Halten die Researcher schnelle Massenproteste für sinnvoll, werden Eilaktionen - sogenannte Urgent Actions - gestartet.